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20. April 2005

Lieber "Primitivkritik" als Vulgär-Kapitalismus

"Uns ist die Provokation von Franz Müntefering allemal lieber als der Vulgär-Kapitalismus, dem Roland Koch das Wort redet und den er in Hessen praktiziert", kommentiert der finanzpolitische Sprecher von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Mathias Wagner, den Streit zwischen dem Parteivorsitzendem der SPD und dem Hessischen Ministerpräsidenten. Koch hatte Münteferings Äußerungen zu dem Verhalten einiger Manager als "Primitivkritik" bezeichnet.

"Keiner stellt in Frage, dass Unternehmen Geld verdienen müssen. Dennoch ist Kritik an der Machtversessenheit und Verantwortungsvergessenheit einiger Manager völlig berechtigt." Das Streben nach kurzfristiger Gewinnmaximierung sei nicht nur gesellschaftlich schädlich, sondern auch ökonomisch falsch. "Uns GRÜNEN sind jedenfalls die bodenständigen Mittelständler, die sich um ihre Belegschaft kümmern, allemal näher als die Großkopferten, denen sich Herr Koch verpflichtet fühlt."

Roland Kochs Politik zeige, wohin ein solches Denken führe. "Den Landesbediensteten kürzt Roland Koch die Bezüge und gleichzeitig fordert er Steuererleichterung für ausländische Spitzenmanager. Für die soziale Infrastruktur in Hessen ist angeblich kein Geld da, aber in Kassel-Calden soll für 150 Millionen Euro ein neuer Flughafen gebaut werden." Roland Koch arbeite offensichtlich hart daran, zum Ministerpräsident der Besserverdienenden zu werden. "Was Koch und die CDU betreiben ist nichts anderes als Klassenkampf von oben."

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